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Training

Trainingsaufbau
Für ein erfolgreiches Training ist es sehr wichtig, den Ablauf sinnvoll aufzubauen und die Elemente entsprechend ihrem Schwierigkeitsgrad zu üben. Es gibt keinen allgemeingültigen Plan für ein Training, denn jeder Sportler hat andere Elemente, die ihm leicht oder schwer fallen. Dennoch lassen sich gewisse Grundaufbauregeln festhalten:

Aufwärmen
Das Aufwärmen ist die Grundlage für das gesamte Training. Je nach dem, wie gut das Aufwärmen verläuft, gestaltet sich auch das folgende Training. Vor grossen Belastungen müssen die Muskeln gelockert und aufgewärmt werden. Einfach gesagt können sich die Muskeln durch Aufwärmen besser auf die Belastung vorbereiten. Damit wird auch Muskelkater vermieden oder zumindest möglichst gering gehalten. Die Durchblutung der Muskeln wird langsam angeregt und das Blut wird aus der Körpermitte vermehrt in die Extremitäten geleitet, um eben die Muskeln zu versorgen.
Am besten gestaltet man das Aufwärmen mit ein bisschen Musik. Um gut in die Gänge zu kommen, kann man zum Beispiel erstmal einige Runden um das Eisfeld herum rennen. Besonders im Winter wenn es kalt ist, kann sich der Körper dadurch ein bisschen aufwärmen. Danach sollten die verschiedenen Gelenke einzeln aufgewärmt werden. Am besten geht man dabei chronologisch vor, z.B. von Kopf bis Fuss. 
Um den Körper gesamthaft aufzuwärmen, kann man auch seilspringen mit verschiedenen Geschwindigkeiten. Um sich gut auf die Sprünge vorzubereiten, kann man verschiedene Sprunghöhen oder Umdrehungsanzahlen üben. Am besten beginnt man mit einer halben Drehung. Dabei sollte man nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel drehen, sondern wirklich auf die Landung achten. Danach kommen je nach Können einfache, eineinhalbfache, doppelte etc. Drehungen. 
Ein wichtiger Teil beim Aufwärmen ist auch das Beweglichkeitstraining. Bei fortgeschrittenen LäuferInnen sollten alle Spagate oder Arabesken ebenfalls geübt werden. 
>>>>>NEU: Ab sofort findet ihr viele Aufwärmübungen in der Rubrik "Warm-Up" (Unterseite von der Rubrik "Training").

Training
Zu Beginn werden erst die leichten Elemente geübt, die schon sicher sind. Damit bekommt man wieder eine erste Sicherheit auf dem Eis. Nach den leichten Elementen sollte man gleich mit den schwierigsten beginnen, weil man zu Beginn des Trainings noch am meisten Energie hat. Das sind meistens schwierige Sprünge und Sprungkombinationen. Zu den schwierigen Elementen gehören auch jene, die in der Kür oft nicht klappen.* Danach folgen die schwierigen Pirouetten, anschliessend Schrittfolgen. Beim Eiskunstlaufen darf man sich ab einem gewissen Niveau nicht davon abschrecken lassen, wenn gewisse Sprünge auch nach zig Wiederholungen nicht gelingen. Eiskunstlaufen stellt unheimlich hohe Anforderungen an den Körper an sich, das Eis als Untergrund ist umso schwieriger. Deshalb darf man sich nicht entmutigen lassen, wenn ein Sprung auch nach dem 100. Mal nicht klappt. Vielleicht klappt es beim 101. Mal. Meistens kommt ganz überraschend eine Wendung und man hat plötzlich den Dreh raus. Dennoch sollte man aufhören, wenn man z.B. Schmerzen hat durch Stürze oder sich nach zig fehlerhaften Versuchen nicht mehr konzentrieren kann. Dann macht es keinen Sinn, weiterzuüben. Wenn man unkonzentriert ist, kann man auch mehr falsch als richtig machen und sich Fehler aneignen. Die Länge und der Schwierigkeitsgrad des Trainings sollten immer auch ein wenig von der Tagesform abhängig gemacht werden.
Wenn alle schwierigen Elemente geübt wurden, kann anschliessend die Kür gelaufen werden, falls gerade eine geübt werden muss. Die Kür stellt nochmals hohe Anforderungen an die Kondition. Deshalb ist es wichtig, dass man sich seine Kräfte gut einteilt. 
Zum Ausklang des Trainings können nochmals leichtere Elemente geübt werden oder solche, die in der Kür nicht gelungen sind. 

 


Lockern
Nach dem Training darf ein erneutes Lockern der Muskulatur nicht vergessen werden. Wenn die Muskeln vom Hochleistungszustand plötzlich nicht mehr beansprucht werden, bekommt man schnell Muskelkater. Deshalb ist es wichtig, auch nach dem Training nochmals zu dehnen und zu lockern. Das Blut muss sich wieder aus den Muskeln zurückziehen und vermehrt in die Körpermitte zurückkehren. Die Atmung und der Puls müssen sich langsam wieder normalisieren. Dazu kann man einige Runden ganz normal vorwärts laufen auf dem Eis, danach noch ein oder zwei Runden neben dem Eis joggen.

*Einen Sprung wirklich zu können bedeutet etwa: Von 10 Wiederholungen gelingen ca. mindestens 8. 
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Trainingsaufwand
Eiskunstlauf ist eine Sportart, die ab einem gewissen Niveau einen sehr hohen Trainingsaufwand erfordert. Da gerade die Anforderungen an die Beweglichkeit sehr hoch sind, besteht ein Grossteil des Trainings darin, das Niveau überhaupt zu halten. Leistungssportler trainieren deshalb mehrere Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. 
Natürlich ist dieses Mass nicht für den Hobbysportler notwendig. Es gibt keine Pauschale, die besagt, wer wieviele Stunden trainieren muss. Allgemein lässt sich aber sagen, dass man mit einem höheren Trainingsaufwand einfach weniger Rückstände hat und nie etwas aufholen muss durch eine zu lange Pause. Die Art des Trainings spielt aber auch eine Rolle. Man trainiert besser jeden Tag eine Stunde als an einem Tag sieben Stunden. Um einen gewissen Anhaltspunkt zu geben, kann man sich nach folgenden Werten richten:

Anfänger, Hobbyläufer: Training von 1-fach Sprüngen und ersten Pirouetten: ca. 1-5h pro Woche, kein Sommertraining
Fortgeschrittene, Training von Doppelsprüngen und schwierigeren Pirouetten: ca. 5-15h pro Woche, Zusatztrainings erforderlich, Sommertrainings, Wettkampfvorbereitung
Leistungssportler, Training von Dreifachsprüngen, sehr schwierigen Pirouetten: tägliches Training von mind. 2 Std, Sommertraining, evtl. Trainingslager, Zusatztrainings etc. 

Das Eislauftraining ist gerade im Fortgeschrittenenbereich nicht immer leicht. Viele Sportler scheitern daran, dass man oft einen sehr starken Willen und ein überdurchscnittliches Durchhaltevermögen braucht, um erfolgreich zu laufen. Die Umsetzung von den schwierigen Sprüngen, noch dazu auf dem glatten Eis, ist nicht so leicht, wie es im Fernsehen aussieht. Für jeden gelungenen Sprung sind unzählige Trainingsstunden und viele Stürze mit blauen Flecken die Vorarbeit. Manchmal schmerzen Stürze auch richtig und man verliert die Lust daran, nach 100 fehlgeschlagenen Anläufen noch einen Versuch zu wagen. Oft ist es eisig kalt in den Eishallen oder es regnet draussen. Davon wird man beim Eislaufen nicht verschont. 
Dennoch ist dieser harte Sport wunderschön. Wenn man so viel trainiert hat für einen schwierigen Sprung, ist es umso schöner, wenn er eines Tages endlich gelingt. Je härter die Arbeit ist, umso grösser ist die Freude, wenn die Figur endlich klappt. Eine Schwierigkeit ist vielleicht auch, dass man alle Elemente alleine erlernen muss und nicht im Team zum Ziel kommt wo jeder dem anderen hilft, aber man kann sich dann auch ganz alleine am Erfolg freuen. 
Das harte Training sollte auf keinen Fall von dieser tollen Sportart abschrecken. Wir möchten lediglich darauf hinweisen, dass Eiskunstlaufen im Fernsehen zwar wahnsinnig leicht aussieht, aber hinter diesen Bildern steht eine jahrelange Arbeit. Viele Anfänger stellen sich das Training leicht vor und sind schnell enttäuscht, wenn sie nach zwei Wochen noch keinen Dreifachsprung können.

 
Viele Läufer und Läuferinnen lernen aber auch für ihre Persönlichkeit viel durch ein hartes Training. Wenn man an einer (zunächst) aussichtslose Sache trotzdem dranbleibt und es am Ende doch noch klappt, ist das ein sehr tolles Gefühl. Man hat einen unüberwindbaren Berg doch überwunden und eine riesige Leistung vollbracht. Das lässt sich auch auf andere Bereiche übertragen. 
Die grossen Läuferzahlen in den Eislaufvereinen zeigen, dass Eislaufen nicht unmöglich schwierig ist. Es ist einfach ein Sport, der einen ungewöhnlich grossen Einsatz erfordert und vielleicht auch von den klimatischen Bedingungen her nicht immer optimal ist. Wer aber hart arbeitet, wird eines Tages mit vielen strahlenden Zuschaueraugen bei einem Schlaulaufen belohnt und das ist ein wunderschönes Gefühl. 



Wenn die Schlittschuhe einmal so aussehen, kann man sich sicher sein, dass man hart trainiert hat und viel erreicht hat :-)

Alle von uns vorgeschlagenen Übungen sind von erfahrenen Eisläuferinnen nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Dennoch erfolgen sie auf eigene Gefahr. Wir versuchen die Übungen so gut wie möglich zu beschreiben, aber die Aufsicht eines Trainers ist dennoch nicht falsch.
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Trainingsarten

Neben den zahlreichen Trainingsarten neben dem Eis (siehe Zusatztraining) gibt es auch auf dem Eis verschiedene Möglichkeiten, wie man Sprünge, Pirouetten usw. lernen kann.

Einzeltraining: Ab einem gewissen Können ist Einzeltraining sehr sinnvoll, weil der Trainer dann ganz individuell auf ein Element eingehen kann. Klappt beispielsweise ein Sprung nie, kann man alleine daran üben, bis er funktioniert. Der Trainer kann seine Aufmerksamkeit auf einen Schüler konzentrieren und optimal auf ihn eingehen. Einzeltraining ist besonders gut, wenn man an einem Punkt angelangt ist, wo man nicht mehr weiterkommt und an einem ganz spezifischen Fehler arbeiten muss. Meistens ist das erst ab einem gewissen Können erforderlich.
Gruppentraining: Im Gruppentraining hat der Trainer zwar mehrere Schüler zu betreuen, aber das hat durchaus auch viele Vorteile. Während andere Gruppenmitglieder Sprünge etc. üben, kann man zuschauen und aus deren Fehler lernen. Das bringt einen sehr viel weiter, weil man das Element auch mal als Aussenstehender sieht. Gleichzeitig hat man immer wieder eine kleine Verschnaufpause, wenn sich der Trainer gerade einem anderen Schüler widmet. Wenn einem viele Gruppenmitglieder zuschauen, kann man sich gegenseitig Tipps geben, weil jeder andere Fehler sieht. Gruppentraining ist für den Anfänger, aber auch für den Könner sinnvoll. Die Mischung aus Einzel- und Gruppentraining machts. Wo man in der Gruppe nicht mehr weiterkommt und diese aufhält, fängt im Prinzip das Einzeltraining an. 
Kürtraining: Das Kürtraining ist meistens ein Einzeltraining. Hier entwickelt man zusammen mit dem Trainer ein Programm für Wettkämpfe oder für Shows. Gerade als professioneller Läufer kann man nicht einfach irgendeine Kür laufen, sondern sie muss für den Läufer stimmen. Die Elemente (sind oft teilweise vorgegeben) müssen sinnvoll aufeinander aufgebaut werden. Da die Schwerpunkte (Schwierigkeitsgrad, Sicherheit, Synchronität mit der Musik etc.) bei jedem Läufer anders sind, kann man eine Kür fast nur alleine mit dem Trainer üben. 
Selbstständiges Training: Allein schon aus finanziellen Gründen ist es wohl den meisten Läufern kaum möglich, jedes Mal Unterricht zu nehmen. Aber das ist auch überhaupt nicht nötig. Die Trainingsstunden sollten ja dazu da sein, neue Dinge zu lernen oder Fehler zu verbessern. Aber irgendwann muss man die Elemente ja auch üben und das geht auch im selbstständigen Training. Viele Läufer trainieren einige Stunden in der Woche alleine, ehe sie dann regelmässig ihre Fortschritte von den geschulten Augen des Trainers unter die Lupe nehmen lassen. Besonders beim Einstudieren von Kürprogrammen kann man sehr gut auch selber daran arbeiten, bis man das Programm auswendig kann oder komplizierte Schrittfolgen selbstständig beherrschen lernt.


Tipps und Hilfe zu eurem Training findet ihr auch im Forum:
www.eislauftalk.iphpbb3.com

Ihr habt eine Frage? Schreibt uns einfach an eiskunstlaufweb@hotmail.de und unser Expertenteam hilft euch gerne weiter!
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"Es gibt kein schöneres Gefühl, als die Eisfläche zu verlassen und zu wissen, dass man gerade eine bessere Eiskunstläuferin geworden ist"
(Sasha Cohen)
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