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Im Magazin findet ihr immer wieder neue Artikel rund um das Thema Eiskunstlauf. Hier gehts um Wettkämpfe, Ernährung, Sport&Schule und so weiter, einfach alles was eine/n Eisläufer/in so beschäftigt. 


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Sommertraining

 

In unserem neuen Magazinbeitrag wollen wir das Sommertraining ein bisschen genauer unter die Lupe nehmen und einige Fragen dazu beantworten.

Leider ist Eislaufen sehr oft von den Außentemperaturen abhängig, sodass man meistens nur in den Wintermonaten regelmäßig trainieren kann. Viele Eislauffans haben auch keine ganzjährig geöffnete Eishalle in der Stadt und kommen so in den Sommermonaten nur selten aufs Eis. Im folgenden Beitrag wollen wir herausfinden, für wen sich Sommertraining eignet und was man zusätzlich zum Eistraining noch alles machen kann.

 

Ein Sommertraining ist nie verkehrt, denn jeder Eisläufer hat dadurch einen Vorteil. Wenn man eine lange Sommerpause macht, ist es in den ersten Wochen danach immer ein bisschen schwierig, sich wieder an das Eis zu gewöhnen. Gerade Anfänger brauchen immer ein paar Wochen, um sich wieder „einzulaufen“. Man beginnt wieder etwas vorsichtiger und übt noch nicht gleich die schwierigen Sprünge. Ab einem gewissen Niveau fällt es sogar sehr schwer, wieder zum alten Können zurückzufinden, wenn man lange nichts gemacht hat. Meistens kommt dann noch ein starker Muskelkater hinzu und man wünschte, man hätte nie aufgehört…

 

Im Sommer können grundsätzlich alle Eisläufer trainieren, welche Trainingsart jedoch gewählt wird und vor allem wie oft, bleibt jedem selbst überlassen. Natürlich kann man im Sommer manchmal auch tatsächlich Eislaufen, aber darum soll es hier nicht gehen. Wir wollen euch ein paar alternative Trainingsmöglichkeiten vorstellen.

 

Am nächsten „verwandt“ mit dem Eiskunstlaufen sind Ballett und Off-Ice Training. Beim Klassischen Ballett wird fast gleich wie beim Eiskunstlaufen die Körperhaltung, -spannung und das Gleichgewicht geschult. Die Haltung ist mehrheitlich identisch wie beim Eiskunstlaufen und es werden auch fast die gleichen Muskeln benutzt. Deshalb ist Ballett eine sehr gute Form, um sich auch im Sommer „nahe am Eis“ zu halten. Besonders gut sind alle Übungen, die mit den Oberschenkelmuskeln zu tun haben. Die wichtigsten Muskelpartien beim Eiskunstlaufen sind die Oberschenkelmuskeln, die Pomusklen, die Bauch- und die Rückenmuskeln. Beim Ballett gibt es sehr viele Übungen (z.B. schon ein einfaches Plie), die sich zur Erhaltung der betreffenden Muskeln eignen. Ballett eignet sich für alle Leistungsstufen, aber besonders Anfänger haben dadurch die Möglichkeit, sich noch besser die notwendige Körperhaltung anzugewöhnen. Bei Fortgeschrittenen geht es dann mehr um den Erhalt der Muskeln und um die Beweglichkeit. Auch andere Arten von Tanz (Standard oder Jazztanz, Modern usw.) eignen sich sehr gut.

Speziell auf die Bedürfnisse von Eiskunstläufern zugeschnitten ist natürlich das Off-Ice Training. Dabei werden spezifische Übungen gemacht, um das Erlernen der Eisfiguren zu unterstützen. Das können Sprungübungen sein, aber auch Beweglichkeitstraining, Kraftausdauer oder Kondition. Off-Ice Training eignet sich besonders für Fortgeschrittene, da die Sprünge so einigermaßen geübt werden können und auch die Kondition nicht vernachlässigt wird. Ein gut zusammengestelltes Off-Ice Training deckt alle notwendigen Bereiche ab, um auch ohne Eisfläche eine gewisse Zeit überdauern zu können. Die einzige Einschränkung gibt es bei den Sprüngen und Pirouetten, da diese nur auf dem Eis wirklich effektiv trainiert werden können. Aber spezielles Off-Ice Training reicht schon sehr nahe daran heran.

 

Wenn man im Sommer keine Eisfläche zur Verfügung hat, kann man trotzdem sehr gut an der Kondition und an den Muskeln arbeiten. Schwimmen ist bei Eisläuferinnen sehr beliebt, da die Oberschenkelmuskulatur und die Rückenmuskulatur sehr gut trainiert werden, gleichzeitig aber ohne die Gelenke zu belasten. Joggen ist auch sehr beliebt, besonders wenn man die Kondition für eine Kür beibehalten will. Häufiges Joggen in schnellem oder langsamem Tempo (abwechselnd) hält fit und man hat keine Probleme, im Herbst wieder auf dem Eis zu beginnen. Für ganz ambitionierte Läufer ist natürlich ein Fitness Studio auch keine verkehrte Wahl. Dort kann man sich ein individuelles Trainingsprogramm zusammenstellen lassen, das einen optimal auf den Wiedereinstieg im Winter vorbereitet.


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Die Suche nach dem richtigen Trainer - welcher Trainer passt zu mir?
Wenn man eine Sportart erfolgreich betreiben möchte, muss man zweifellos die Fähigkeiten eines Trainers in Anspruch nehmen. Der Trainer gibt einem Anweisungen und Tipps und soll einem zu einer besseren Leistung verhelfen. Doch wie kann man feststellen, welcher Trainer gut ist und welcher nicht? So wie es verschiedene Arten von Läufern gibt, gibt es auch unterschiedliche Trainer.
 
Auswahl
Zunächst muss man erwähnen, dass der Trainer immer vom Läufer selbst gewählt werden sollte. Eltern können ihre Kinder bei der Wahl des Trainers zwar beraten, aber gerade Leistungssportler und fortgeschrittene Läufer sollten ihren Trainer selbst aussuchen. Schließlich müssen sie auch mit ihm arbeiten. In den meisten Vereinen stehen auch mehrere Trainer zur Auswahl.
 
Fachliche Qualifikation
Der wichtigste Punkt ist die fachliche Qualifikation. Je besser der Läufer ist, umso besser und erfahrener muss auch der Trainer sein. Bei schwierigen Sprüngen und Pirouetten ist es wichtig, dass der Trainer diese Elemente selbst auch beherrscht oder zumindest einmal beherrscht hat. Dies sollte nicht allzu weit in der Vergangenheit liegen. Das liegt daran, dass es bei schwierigeren Elementen auf kleinste Feinheiten ankommt. Diese kleinen Feinheiten entscheiden z.B. darüber, ob ein Sprung gelingt, oder nicht. Wenn ein Trainer diesen Sprung selber beherrscht, kann er seinem Schüler genau sagen, worin die Feinheiten liegen. Rein theoretische Kenntnisse eines Trainers genügen spätestens beim Erlernen von Doppelsprüngen nicht mehr.
Nun ist es natürlich mit einem großen Trainingsaufwand verbunden, Doppelsprünge beherrschen zu können. Da Trainer häufig nicht mehr selber aktiv laufen, ist es verständlich, wenn sie nicht alle Elemente auf Abruf beherrschen. Dennoch sollte ein guter Trainer in der Lage sein, alle Elemente zumindest im Ansatz zu zeigen und zu beschreiben. Wird beispielsweise ein Doppel- oder Dreifachsprung trainiert, sollte der Trainer denselben Sprung mindestens einfach oder doppelt zeigen können. Nur so kann er gezielt auf den Fehler des Schülers eingehen und ihn an einem eigenen Beispiel veranschaulichen. Auch bei Schrittfolgen ist es wichtig, dass ein Trainer gewisse Elemente vorzeigen kann. Die Grundqualifikation eines Trainers sollte disziplinübergreifend sein, d.h. er sollte Basiselemente aus jeder Disziplin kennen.
Es sollte keineswegs der Eindruck entstehen, dass der Trainer immer geprüft werden soll durch die Vorführung von Sprüngen und Pirouetten, z.B. durch Eltern. Um Eislauftrainer zu werden, muss jemand sehr hohe Anforderungen erfüllen die immer eine gute Qualifikation voraussetzen.
Im Einzelfall kommt es jedoch darauf an, ob der Schüler letztendlich sehen kann, wo sein Problem bei einem Element liegt, oder nicht. Ein Trainer, der nur an der Bande steht, kann zwar theoretische Hinweise geben, aber der letzte Schliff bleibt immer dem Schüler überlassen.
Ein Training ist normalerweise so aufgebaut, dass der Schüler vorwiegend Elemente übt und diese vom Trainer bewertet werden. Deswegen darf ein Trainer natürlich auch an der Bande stehen. Es sollte nur die Möglichkeit bestehen, dass ein Trainer auch einmal ein Element korrekt vorzeigen kann, wenn man nicht mehr weiterkommt. 

 
Von Aufwärmen bis Zusammenstellung der Kür
Die eisläuferischen Fähigkeiten eines Trainers sind zwar wichtig, aber noch nicht ausreichend für den bestmöglichen Erfolg. Eislauftraining spielt sich längst nicht nur auf dem Eis ab. Viele weitere Faktoren wie Ballett, Krafttraining, Konditionstraining und Beweglichkeitstraining unterstützen das Eislauftraining sehr stark. Deshalb sollte ein guter Trainer auch anatomische Kenntnisse haben bzw. über die medizinischen oder physiologischen Aspekte Bescheid wissen.
Für Fortgeschrittene Läufer muss häufig ein genauer Trainingsplan erstellt werden, der sowohl das Eistraining als auch andere Bereiche bis hin zur Ernährung umfasst. Häufig werden deshalb in Vereinen auch speziell ausgebildete Ballett- oder Fitnesstrainer eingestellt.
Die Grundkenntnisse über Off-Ice Training äußern sich beispielsweise darin, wie ein Trainer ein Aufwärmprogramm gestaltet oder wie das Training auf dem Eis aufgebaut ist.
Der Trainingsaufbau ist ein sehr entscheidender Faktor für den Erfolg. Man muss die ideale Mischung finden zwischen Verbessern von bekannten Elementen und dem Training von neuen Elementen. Ein guter Trainer kann erkennen, wann ein Läufer bereit ist, neues zu lernen bzw. wann man eher bekannte Elemente festigen soll. Er berät den Läufer bei der Auswahl einer Kürmusik und er kann Hilfestellungen geben bei der Zusammenstellung des Kürprogramms.
 
Pädagogischer Hintergrund
Sport ist immer mit Siegen und Niederlagen verbunden, so auch der Eiskunstlauf. Ein Trainer muss sich auf seinen Schüler einstellen können und sein Training danach ausrichten, in welcher geistigen Verfassung sich der Schüler befindet.
Bei Kindern muss ein spielerisches Lernen im Vordergrund stehen, dass die Kinder nicht überfordert werden. Hier sind die eisläuferischen Leistungen des Trainers weniger wichtig. Viel mehr geht es darum, Kindern einen spielerischen Zugang zu dem Sport zu verschaffen und geduldig mit ihnen zu üben. Besonders bei Kindern und Anfängern ist es wichtig, dass ein Trainer die Schüler ermutigt und lobt.
Bei Leistungssportlern geht es weniger darum, das Training spielerisch zu gestalten. Ab einem gewissen Niveau werden Wettkämpfe wichtig und es entsteht sehr schnell Druck, sei es Zeitdruck, Wettkampfdruck usw. Ein Trainer muss den Läufer mental auf einen Wettkampf vorbereiten können und ihm sowohl in Sieg- als auch Niederlagssituationen beistehen.
Die Beziehung zu einem Trainer ist dabei von entscheidender Bedeutung. Auf dem Eis sollte sich die Beziehung wirklich ausschließlich auf das Training begrenzen, auch wenn man außerhalb befreundet oder verwandt ist. Im Training muss der Trainer seine Aufgabe als Lehrperson wahrnehmen. Private Probleme sollten für die Zeit des Trainings beigelegt werden.
Der Druck muss dabei immer realistisch sein. Es gibt ein vielfach verbreitetes Klischee von herumbrüllenden Trainerinnen, die im Pelzmantel an der Bande stehen und militärische Anweisungen geben. Herumschreien ist eine äußerst schlechte Visitenkarte eines Trainers. Gewiss muss man sich mit erhöhter Laustärke verständigen in einer Eishalle, aber Herumbrüllen sollte nicht zum Dauerzustand werden. Wenn ein Trainer zu streng ist, wird der Läufer nur eingeschüchtert und trainiert unter Angst. Das sollte auf keinen Fall passieren. Besonders bei Kindern muss der Trainer sehr einfühlsam sein. Beschimpfungen und andere starke Gefühlsäußerungen sind im Training fehl am Platz.
Allerdings darf ein Trainer auch mal kritisieren. Ein guter Läufer wird nur dadurch gut, dass er an seinen Fehlern arbeitet und sie verbessert. Wenn er sich keine Mühe gibt, ist das natürlich legitim, dass ein Trainer auch mal wütend wird oder enttäuscht ist.
Die Strenge eines Trainers ist ein sehr schwieriges Thema und sollte vor allem von Eltern sehr gut durchdacht werden. Häufig sind von den Eltern gewählte Trainer zu streng zu Kindern, weil die Eltern Druck ausüben wollen. Diese Konstellation führt nur zum Misserfolg.
Ein Trainer sollte in erster Linie der Freund und Helfer des Läufers sein und ihn unterstützen, wo er nur kann.
Jeder Läufer muss für sich selbst die ideale Mischung finden. Die untenstehenden Fragen sollen bei der Auswahl des Trainers helfen:
 
-          Welche fachliche Ausbildung hat mein Trainer (Wettkampferfolge etc.)
-          Welche zusätzlichen Qualifikationen hat mein Trainer (Ballett, Off-Ice Training)?
-          Welche Kenntnisse über Medizin, Verletzungen etc. sind vorhanden?
-          Welche pädagogische Ausbildung hat mein Trainer (Trainingsaufbau, Druck, Unterrichtsweise)?
-          Stehe ich in einem persönlichen Verhältnis zum Trainer (Verwandtschaft, etc)?
-          Kann mein Trainer Privates und Berufliches gut voneinander trennen?
 
-          Welche Betreuung für Wettkämpfe etc. ist möglich?

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Leistungssport und Schule - Interview mit Tanja K.
Tanja K. (26 J.) war früher Leistungssportlerin im Eiskunstlaufen. Für eiskunstlaufweb.de erzählt sie uns, wie sie damals Schule & Training unter einen Hut bekommen hat. 

Wie muss man sich den Alltag vorstellen, wenn man als Leistungssportler auch noch zur Schule gehen muss?
Tanja K: Der Alltag als Leistungssportler ist schon ziemlich stressig. Ich habe Leistungssport gemacht ab meinem 10. Lebensjahr bis etwa zu meinem 18. Lebensjahr, also eigentlich die ganze Zeit als ich am Gymnasium war. Die Zeit war immer sehr knapp. Um 13Uhr oder um 15Uhr hatte ich die Schule aus, danach ging es immer gleich zum Training. Ich hatte einen Trainingsaufwand von bis zu 4 Stunden am Tag. Manchmal war ich dann erst um 22 Uhr oder noch später zuhause. Auch am Wochenende hatte ich fast jeden Tag Training, im Winter auch sehr viele Wettkämpfe.
War das nicht zu viel für dich? Wie hast du deine Hausaufgaben gemacht?
Manchmal war es schon sehr stressig, vor allem wenn gerade Prüfungen in der Schule oder eben Wettkämpfe geplant waren. Meine Hausaufgaben habe ich oft im Bus gemacht auf dem Weg zum Training oder auch sehr viel am Wochenende. Man muss sich die Zeit sehr gut einteilen als Leistungssportler, weil man Tage hat, wo wirklich keine Minute frei bleibt. Meine Eltern haben aber immer sehr viel Wert darauf gelegt, dass ich die Hausaufgaben genauso mache, wie alle anderen Schüler auch. Besonders meine Mutter kontrollierte das immer. Als ich dann die ersten nationalen Wettkämpfe gemacht habe, wurde ich auch vom Sportunterricht befreit. Ich habe ja sehr viel Sport gemacht, deshalb waren die beiden Sportstunden in der Woche eigentlich unnötig für mich.
Hattest du auch Zeit für Freunde?
Leider hatte ich während meiner ganzen Zeit als Wettkampfläuferin sehr wenig Zeit für Freunde und das bereue ich manchmal auch. Ich hatte fast nie Zeit, um mich mit Schulfreunden zu verabreden oder auf irgendeine Geburtstagsparty zu gehen. Mein Training konnte nie ausfallen und wenn das mal der Fall war, habe ich Schulstoff gebüffelt. An Wochenenden haben die anderen Mitschüler oft Partys besucht oder sind mal ins Landschulheim gefahren. Auf solche Veranstaltungen konnte ich meistens nicht gehen wegen dem Training. Aber mit der Zeit hat sich mein Freundeskreis einfach mehr in den Eislaufverein verlagert. Ich habe dann viel mit meinen Trainingskolleginnen unternommen, die ich ja jeden Tag gesehen habe. Wir sind zusammen in Trainingslager gefahren und haben zusammen Hausaufgaben gemacht etc. Das war ein kleiner Ersatz dafür.
Wie hast du trainiert?
Ich hatte sehr viele verschiedene Trainings. Natürlich das Eistraining, teilweise habe ich alleine geübt, aber jeden Tag hatte ich auch mindestens eine Unterrichtsstunde. Diese Stunden waren teilweise in der Gruppe oder eben einzeln. Neben dem Eistraining habe ich auch viel Ballett getanzt (ca. 5Std/Wo) um die Beweglichkeit zu verbessern. Manchmal kamen dann noch andere Trainings hinzu z.B. für die Kondition, vor allem vor Wettkämpfen. Dann ging ich oft Joggen oder ins Fitness-Studio.
Warst du trotzdem gut in der Schule?
Meistens war ich gut in der Schule. Das Eislaufen hat mir immer sehr viel Spass gemacht und ich hatte nie das Gefühl, so viel trainieren zu müssen. Im Gegenteil, ich habe mich immer auf das Training gefreut und es als Privileg angesehen, dass ich überhaupt so etwas machen kann. Ich hatte immer einen sehr starken Willen, etwas zu erreichen und weiterzukommen. Dadurch war und bin ich ein sehr ausgeglichener und zufriedener Mensch. Mir war immer klar, dass auch die Schule wichtig ist. Eine Eisläuferin kann von ihrem Sport niemals leben und muss trotzdem eine gute Ausbildung oder einen Abschluss machen. So habe ich mir für die Schule immer Zeit genommen und sie nie vernachlässigt. Obwohl ich nach dem Training körperlich oft sehr müde war, ist es ein gewisser Ausgleich gewesen. Dadurch war ich viel leistungsfähiger und konnte eben z.B. spät am Abend noch Hausaufgaben machen, wo andere längst schliefen. Meinen Eltern war auch immer sehr wichtig, dass ich die Schule ernst nehme. Je besser meine Noten waren, umso öfter durfte ich zum Training gehen. Das hat bis zum Schluss geklappt. Schliesslich habe ich das Abitur mit einem Schnitt von 1,9 beendet.
Was ist der Unterschied zum Alltag eines normalen Schülers?
Mal abgesehen von der fehlenden Freizeit für Hausaufgaben usw. muss man immer an sein Training denken. Man kann zu keiner Party am Abend gehen, weil man am nächsten Morgen wieder um 8h auf dem EIs stehen muss. Aufenthalte im Landschulheim o.ä. sind selten möglich, weil immer das Training an erster Stelle steht. So verzichtet man auf einiges oder muss das Training noch davorschieben. Man muss oft auch spät abends noch die Hausaufgaben machen, wo andere eben längst schlafen oder fernsehen. Weite Reisen sind auch nicht immer möglich, weil in den Schulferien Trainingslager usw. angesagt sind.
Was hast du nach der Schule gemacht?
Bis zur 12. Klasse bin ich normal zur Schule gegangen. Dann habe ich aber eine Einladung von einem amerikanischen Trainingszentrum bekommen. Dort habe ich ein ganzes Jahr lang trainiert und habe bei verschiedenen Showproduktionen mitgewirkt. Ich wollte aber unbedingt meinen Schulabschluss machen und habe so die 13. Klasse um ein Jahr verschoben. Nach dem Abitur (in Deutschland) bin ich nach Amerika und habe dort Sport studiert. Nebenbei arbeitete ich als Eislauftrainerin und war Mitglied in einem SYS-Team.
Inwiefern hat dich deine Zeit als Leistungssportlerin geprägt? 
Obwohl ich auf vieles verzichten musste, was normale Jugendliche machen, möchte ich die Zeit niemals eintauschen gegen ein normales Leben. Der Leistungssport hat mich sehr geprägt und meine Persönlichkeit beeinflusst. Ich habe sehr früh gelernt, mich in der Erwachsenenwelt zurechtzufinden. Dadurch bin ich sehr selbstständig geworden. Als Leistungssportler wird man auch täglich mit Niederlagen konfrontiert und das Training ist eine ständige Berg- und Talfahrt. Man lernt so, an einer Sache zu arbeiten bis sie zum gewünschten Erfolg führt, egal wie hart das ist. Diese Erkenntnis hilft einem auch in der Schule. Wenn man in einem Fach schlecht ist, büffelt man so lange bis man besser wird. Gerade Eiskunstlauf ist eine Sportart, bei der man einen speziell starken Willen und ein Durchhaltevermögen braucht. EIn Beispiel: Einen Doppelsprung muss man durchschnittlich 2000 Mal springen, bis er sitzt. Durch solche Errungenschaften wird man zu einer starken Persönlichkeit und lernt, auf die Zähne zu beissen. Über diese Fähigkeit bin ich sehr froh und sie hat mir in meinem Leben schon viel geholfen.


Ihr habt eine Frage? Schreibt uns einfach an eiskunstlaufweb@hotmail.de und unser Expertenteam hilft euch gerne weiter!
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UMFRAGE: Im März könnt ihr abstimmen, welches euer Lieblingsprung ist.
FORUM: In unserem Eislaufforum könnt ihr euch mit Eisläuferinnen und Eisläufern aus aller Welt austauschen! Verschiedene Themenbereiche lassen keine Frage rund um das Eislaufen offen! Schaut einfach mal rein!
"Es gibt kein schöneres Gefühl, als die Eisfläche zu verlassen und zu wissen, dass man gerade eine bessere Eiskunstläuferin geworden ist"
(Sasha Cohen)
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